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Solingen braucht eine Bildungs- und Gedenkstätte

Unter diesem Motto fanden sich am 04.05.2019 weit über 120 Personen zu einem „runden Tisch“ zusammen, um gemeinsam über Ort, Ausstattung und Inhalt dieser Grundidee in der bergischen VHS zu beraten.

Aufgerufen haben die Aktion Stolpersteine und der Arbeitskreis Verfolgung und Widerstand in Solingen 1933-1945.


Schnell wurde klar, dass der Erinnerungs und Bildungscharakter dieses Ortes in Solingen im Vordergrund stehen soll.

Frau Dr.Schrader, Leiterin der Begegnungsstätte „Alte Synagoge“ in Wuppertal hielt die Laudatio und gab zahlreiche Tipps, die für die Errichtung einer solchen Stätte bedacht werden sollten. Unter anderem, dass es bereits 28 Begegnungsstätten dieser Art in NRW gibt, die aber alle eine ganz unterschiedliche Schwerpunktarbeit leisten.

Zweifellos besitzt Solingen ein Alleinstellungsmerkmal, das sich inhaltlich von anderen Begegnungsstätten deutlich unterscheidet. Solingen wurde zu Beginn der  Zeiten der Weimarer Republik eine kommunistische Hochburg im Reichsdeutschland jener Tage und der antifaschistische Widerstand war hauptsächlich von Arbeitern und Kommunisten geprägt. Sie gehörten auch zu den ersten Opfern der Säuberungsaktionen der Nazis. Kommunisten, Sozialdemokraten und andere Minderheiten  wurden ins Foltergefängnis Remscheid- Lüttringhausen, ins KZ Kemna in Wuppertal Beyenburg oder in die Emslandlager Börgermoor und Esterwegen verschleppt, dort gequält und teilweise bis in den Tod gefoltert.

Es gab in Solingen aber auch kirchlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus wie die „Bekennende Kirche“ in Solingen- Wald und auch Widerstand aus den Reihen der jüdischen und der Zivilgesellschaft.

Um die 1500 Widerstandkämpfer gab es in Solingen, wobei schon unterschieden werden muss, wer war Opposition und kritisch und wer war unter Einsatz seines Lebens „Widerständler“?

Sollen Widerstand, Opfer und Täter eine Rolle spielen, wie z.B. die SA Standarte 53, die in Solingen ihr Unwesen trieb? Wie bindet man Sintis, Homosexuelle, Christen, Kriegs- und Vaterlandsverräter, Kommunisten um Willi Dickhut,  Juden und politisch Abtrünnige in ein solches Projekt ein?

Wie soll so ein Erinnerungsort aussehen, wo soll er errichtet werden, welches Publikum ansprechen und wer soll ihn betreuen?

Vorschläge dazu gab es genug. Sie reichten vom Gefängnis im Hinterhof des heutigen Arbeitsgerichtes an der Wupperstraße im Besitz des Landes NRW, vom Hochbunker, der anstelle der in der Reichsprogromnacht 1938 zerstörten jüdischen Synagoge am Gymnasium Schwertstraße gebaut wurde bis hin zum Arreal der „Arbeiterstadt“ rund um den Neumarkt, wo vom ehemaligen Wohnhaus von Max Leven, dem ehemaligen kommunistischen Kulturredakteur der Bergischen Arbeiterstimme leider außer dem Erdgeschoss von dessen Haus nach den alliierten Bombennächten nichts weiter übrig blieb?

Auch das ehemalige GESTAPO-Gefängnis im Keller des heutigen Rathauses an der Potsdamer Starße war Gesprächsthema.

Mich hat es sehr begeistert, wie viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, aus Parteien aber auch Parteilose, alte Spätzeitzeugen, der Jugendstadtrat und auch andere sehr junge Gesichter Anteil nehmen an dem, was sich im Nationalsozialismus in Solingen zugetragen hat.

Drei Gruppen haben an unterschiedlichen Projekten der Planung gearbeitet:

  • Finanzierung des Projektes
  • Geschichte und Hintergründe…(wo ich war)
  • Jugend (wie sie eingebunden werden kann)

Die erste Auswertung der Arbeitsgruppen habe ich nicht mehr mitgemacht, weil andere Termine drückten aber wir haben uns als Teilnehmer vernetzt und werden laufend über alles Neue informiert.

Zur Errichtung und Finanzierung sei nur so viel gesagt, das die Stadtsparkasse Solingen als Käuferin der „Arbeiterstadt“ am Neumarkt und 100 prozentige Tochter der Stadt ihre Zusammenarbeit mit der Initiative zugesagt hat.

Sobald es etwas Neues gibt, werde ich darüber berichten.

Andreas Fischer

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