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Überparteilich. Unbestechlich. International.

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Gedenken zum 75 Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann am 18.08.1944 im Konzentrationslager Buchenwald durch die Hitlerfaschisten.



Der Schwur von Buchenwald...


Mit sieben Aktivisten aus dem Bündnis sind wir in den frühen Morgenstunden des 18.08.2019 nach Weimar aufgebrochen, um zusammen mit dem

Internationalistischen Bündnis der Ermordung des Arbeiterführers, Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands KPD (1925 bis 1933), dem Reichtagsabgeordneten (1924 bis 1933) und zweimaligen Kandidaten zur Wahl des Reichspräsidenten (1925 und 1930) Ernst Thälmann

zu gedenken.

Am Buchenwaldplatz fanden sich über 700 Antifaschistinnen und Antifaschisten sowohl aus den achtunddreißig Trägerorganisationen des Inter- Bündnisses wie auch aus Weimar und Umgebung zusammen.

Der Ort war nicht frei gewählt, er wurde dem Bündnis durch die Stadt Weimar zugewiesen. Geplant war die Gedenkveranstaltung am Glockenturm im KZ Buchenwald, der Stätte der Ermordung Ernst Thälmanns. Zugewiesen wurde uns der Buchenwaldplatz im Herzen Weimars.


Der Stiftungsrat der Gedenkstätte Buchenwald/ Mittelbau Dora hatte noch im Januar diesen Jahres des Gedenkens im KZ zugestimmt, revidierte dann aber die Zustimmung auf Geheiß von Horst Seehofers Innen und Heimatministeriums mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten wie:

Zitat:

"Von der Gedenkveranstaltung ginge eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus".

Die Frage ist von wem? Offensichtlich rechneten die Veranstalter mit Unruhen durch die Teilnehmer obwohl ihnen bekannt war und ist, dass Veranstaltungen mit dem Inter-Bündnis immer diszipliniert hervorragend organisiert ablaufen.

Oder...Zitat:

"Die Marxistisch Leninistische Partei Deutschland MLPD (als eine der 38 Trägerorganisationen des Inter Bündnises Anm. des Red.) will die Veranstaltung mit Wahlwerbung zur bevorstehenden Thüringen Wahl im Herbst 2019 missbrauchen".


Das ist grotesk weil die MLPD ihren Wahlkampfauftakt an einem völlig anderen Ort, nämlich der Landeshauptstatt Erfurt und zu einer ganz anderen Zeit durchführen wollte.


Und das schärfste Zitat:

"Indem das Bündnis nicht auch der Opfer gedenke, die von der Roten Armee nach dem Krieg in Buchenwald interniert wurde, verhöhne man die

Opfer aus Buchenwald".


Mehr Geschichtsverfälschung geht nicht! Wer wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch die Sowjetarmee interniert? Das waren die Täter!

Gestapo und SS-Leute, Kriegsverbrecher, Faschisten, Mörder an den Völkern dieser Welt. Kommunisten und Antifaschisten mit Faschisten auf gleiche Stufe zu setzen ist eine postmoderne Form rechter Barbarei die eines Volkes, das vom Hitlerfaschismus unter hohem Blutzoll von Kommunisten und Alliierten und Widerstandskämpfern aller Couleur befreit wurde absolut unwürdig. Wir Solinger Aktive schämen uns für eine

derartige Geschichtsklitterung, die Täter und Opfer gleichmacht und lehnen uns dagegen auf!


In Eilanträgen vom Verwaltungsgericht bis hin zum Bundesverfassungsgericht erstritten die Veranstalter Teilrechte. So konnte eine fünfzigköpfige Delegation aus den Trägerorganisationen dennoch einen Kranz in der Gedenkstätte niederlegen.

Eskortiert und auf Schritt und Tritt überwacht von schwerbewaffneten Polizisten, die zudem noch etliche Hundertschaften in Bereitstellungsräumen rund um das Lager postiert hatten. Antifaschistischen Besuchern, die die Polizei dem linken Spektrum zurechnete war der Besuch des Lagers heute, am 18.08 2019 untersagt!

Verbote, Zwangsmaßnahmen und schwerbewaffnete Staatsgewalt in einem Konzentrationslager mit dieser Historie, die verhindern sollen, das Antifaschisten auf einer antifaschistischen Veranstaltung der Opfer des Hitlerfaschismus gedenken...das ist eine einmaliger Vorgang in der deutschen Nachkriegsgeschichte und wir haben uns berechtigt gefragt: Wer verhöhnt hier eigentlich die Opfer?

Wohin steuert unser Land, wenn Naziaufmärsche und Konzerte durch die Polizei geschützt werden, antifaschistische Veranstaltungen dagegen verboten oder zumindest erschwert werden.


Dieser Kampf ist noch nicht zu Ende und wird durch alle Instanzen durchgefochten. Das Bundesverfassungsgericht konnte über den Eilantrag des Inter- Bündnisses letztinstanzlich mit der Begründung nicht entscheiden, weil „dieser Vorgang völliges Neuland für das Gericht sei“ und verwies die Sache an ein Hauptverfahren.

Um unseren Protest gegen die skandalösen Vorgänge dennoch in die Öffentlichkeit zu tragen meldeten die Veranstalter kurzfristig eine Demo im Anschluss an die Gedenkfeier durch die Stadt Weimar an. Der Umzug erhielt viel Solidarität und Aufmerksamkeit durch die Weimarer und die zahlreichen internationalen Touristen, die in der Stadt unterwegs waren. Aus offenen Fenstern wurde uns zugejubelt es gab auch manchen, der den Kopf schüttelte weil er nicht verstand, was da vor sich ging.

In Kürze veröffentlichen wir einen kurzen Film über die Thälmann Gedenkveranstaltung und die anschließende Demo.

Letztlich Sieger in der Auseinandersetzung war das Inter- Bündnis dennoch. Landauf und ab erschien dieser skandalöse Vorgang in allen Medien einschließlich im Fernsehen und erreichte so eine breite Öffentlichkeit. Aus zahlreichen Ländern kamen Grußbotschaften und Protestschreiben gegen das Verbot des Gedenkens im KZ Buchenwald; u.a. aus:

Australien, Philippinen, Großbritannien, Peru, Argentinien, Russland, Niederlande, Schweiz, Belgien, Frankreich, Norwegen, Ecuador, USA, Griechenland....


Wir konnten an zwei Orten an Ernst Thälmann und seine ermordeten Kameraden würdig gedenken. Im KZ Buchenwald und in Weimar.

Mit Überzeugung und Solidarität schließen wir uns dem Schwur von Buchenwald an und wollen alles dafür tun, dass dieser Schwur mit Leben erfüllt bleibt!


Andi und Janis Fischer

Der Schwur von Buchenwald

Kameraden! Wir Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen Außenkommandos von der

Nazi-Bestie und ihren Helfershelfern ermordeten 51 000 Gefangenen!

51 000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet, abgespritzt.

51 000 Väter-Brüder-Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische Mordregime waren.

51 000 Mütter und Frauen und Hunderttausende Kinder klagen an!


Wir lebend Gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialität, sahen in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen.

Wenn uns eins am Leben hielt, dann war es der Gedanke: Es kommt der Tag der Rache!

Heute sind wir frei!


Wir danken den verbündeten Armeen der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt den

Frieden und das Leben erkämpfen. Wir gedenken an dieser Stelle des großen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue, demokratische, friedliche Welt, F. D. Roosevelt. Ehre seinem Andenken!


Wir Buchenwalder, Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, Slowaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer,

Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslawen und Ungarn, kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für

unsere eigene Befreiung.

Uns beseelte eine Idee: Unsere Sache ist gerecht – Der Sieg muß unser sein!


Wir führten in vielen Sprachen den gleichen harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf, und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. Noch

wehen Hitlerfahnen! Noch leben die Mörder unserer Kameraden! Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!

Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens:

Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!


Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.

Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.

Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig. Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die

Hand zum Schwur und sprecht mir nach:

,WIR SCHWÖREN!


Buchenwald/Weimar 19.April 1945

Personenwahlbündnis

SOLINGEN AKTIV

Klemens-Horn-Str. 3 * 42655 Solingen 

Tel.: 0212-22 46 366

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