Pressemitteilung vom 28. Februar 2018:

 

Solingen als Musterkommune für den Nulltarif im ÖPNV

SOLINGEN AKTIV schlägt vor, dass sich die Stadt Solingen im Verbund mit dem VRR bei der Bundesregierung als Musterkommune für den Nulltarif im öffentlichen Nahverkehr bewirbt. Die Ziele: saubere Luft und eine sozialverträgliche Mobilität für alle Bürger.

Am 26. Februar haben das die 5 von der Bundesregierung dafür ausgewählten Kommunen abgelehnt. Unter 3 Bedingungen halten wir Solingen dafür aber hervorragend geeignet: 1. Die Energie der öffentlichen Verkehrsmittel muss sauber erzeugt werden. Dafür hat Solingen mit dem O-Bus-System und den neuen Batterie-Oberleitungsbussen (BOB) hervorragende Bedingungen. 2. Das Netz muss ausgebaut und zuverlässiger werden. 3. Die Kosten dürfen nicht auf die Kommunen abgewälzt, sondern müssen von der Bundesregierung bzw. den Autokonzernen bezahlt werden, die mit ihren betrügerischen Abschalt-Vorrichtungen bei Diesel die Luft verpesten. Damit könnte der auch in Solingen über dem Grenzwert liegende Stickoxidausstoß vermindert und Fahrverbote für Diesel-PKW verhindert werden.

Bei einem Infostand in der Innenstadt am vergangenen Samstag fand ein Flyer von SOLINGEN AKTIV dazu überwiegend Zustimmung – vor allem bei Rentnern, Sozialleistung-Empfängern und jungen Menschen. Hauptfrage war die Finanzierung und das Misstrauen in die Bundesregierung, ob sie das übernimmt.

Quelle: Solinger Tageblatt vom 08.05.18

Das Ausland entdeckt den Solinger BOB

Der Obus ist das Aushängeschild der Klingenstadt. In keiner anderen deutschen Großstadt wird die Technik elektrisch betriebener Busse so lange genutzt wie in Solingen. In den vergangenen Wochen ist das Interesse an dem elektrischen Stadtverkehr weiter gewachsen.

Insbesondere die neue batteriebetriebene Bus-Generation, der BOB, macht neugierig. Derzeit stehen drei BOB (batteriebetriebene Oberleitungs-Busse) auf dem Betriebshof der Stadtwerke – der vierte Wagen wird nach Auskunft der Stadtwerke in diesem Monat erwartet. Ab Juni sollen dann alle vier Fahrzeuge zunächst auf den sechs O-Buslinien eingesetzt werden, bevor diese ab Herbst dieses Jahres auf der Linie 695 (zwischen Abteiweg und Meigen) fahren.

 

Bisher fließt der Strom vom Verteilnetz in das Oberleitungsnetz. „Zukünftig planen wir Photovoltaikanlagen direkt an das Oberleitungsnetz anzuschließen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Conrad Troullier. Dieser Strom fließt dann in das Stromverteilernetz, das die Elektro-Busse versorgt. So wird der Solinger Nahverkehr nur noch durch lokal erzeugten Ökostrom betrieben. „Wir zeigen damit, wie elektrifizierter Nahverkehr einen wichtigsten Beitrag zur Lösung der Energie- und Verkehrswende leistet, betont Troullier.

 

Das große Interesse gilt insbesondere für das Ausland. Erst vor wenigen Tagen haben sich Tschechen, Niederländer und Norweger die neue Technik angeschaut. Auch ein Staatssekretär aus Thüringen war vor Kurzem da.

„Wir konzentrieren uns zunächst auf Linien mit vielen Fahrgästen.“

Zwei von drei gefahrenen Solinger Buskilometern werden bereits elektrisch gefahren. „Diesen Anteil bauen wir immer weiter aus“, sagt Troullier. Bereits im Jahr 2030 könnte der gesamte Solinger Busverkehr elektrisch unterwegs sein. „Wir konzentrieren uns beim Ausbau zunächst auf die Linien mit vielen Fahrgästen.“

Dazu benötigen die Stadtwerke mehr Busse der neuen Technik-Generation und ein noch effektiveres Ladenetz. Der neue BOB verfügt, anders als bisherige O-Busse, über keinen Dieselmotor. Für Fahrten ohne Oberleitung hat er Hochleistungs-Akkus, die für 20 Kilometer Reichweite ausgelegt sind.

 

So viel Zukunftsdenken beeindruckt auch die Landesregierung: Die Initiative KlimaExpo.NRW hat gestern den Solinger Bus-Betrieb offiziell als Vorreiter für den Klimaschutz im Land ausgezeichnet. Initiativen-Geschäftsführer Heinrich Dornbusch betonte vor Ort, dass das Solinger Modell anderen Interessierten Mut mache, in die Technik zu investieren.

„Das funktioniert in keiner deutschen Großstadt so gut wie bei uns“, ist sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sicher. Gerade diese Langlebigkeit überzeuge die Gäste aus anderen Städten, weiß der Rathauschef. Der Obus sei kein Versuchsmodell, sondern könne auch Verkehrsprobleme in Großstädten lösen. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer von KlimaExpo, würdigt Solingen als „Mutmacher“ für andere.

Für das neue Projekt des batteriebetriebenen Busses „benötigen Städte unternehmerischen Mut“, um in diese Technologie zu investieren. Solingen zeige, dass das gelingen könne, so Dornbusch.

Quelle: Kommentar im Solinger Tageblatt vom 08.05.18

Traut Euch doch!

Solingen wurde bekannt, weil einst alle Welt über die guten Messer sprach. Das zeigt: Gute Werbung ist ebenso wichtig wie ein gutes Produkt. Das Gleiche gilt für den Busverkehr. In ein paar Jahren sollen alle Busse komplett elektrisch fahren. Das ist toll. Aber reicht das wirklich, um bundesweit im Gespräch zu bleiben? Nein! Damit der Solinger Busverkehr auch in zehn Jahren noch die Blicke auf sich zieht, müssen neue, mutige Ideen auf den Tisch.

Wie wäre es damit: Solingen arbeitet am umwelt- und bürgerfreundlichsten Nahverkehr Deutschlands? Bis die Solinger Busse komplett elektrisch unterwegs sind, ist genug Zeit, um ein Finanzierungsmodell für einen kostenlosen Nahverkehr zu entwickeln. Liebe Poli- tiker, traut Euch!

Quelle: Rheinische Post

Batterie-Obus weckt Interesse auch im Ausland

(stp) Die neue batteriebetriebene Obus-Generation, der BOB, macht neugierig. Derzeit stehen drei der neuen Fahrzeuge auf dem Betriebshof der Verkehrsbetriebe – der vierte Wagen wird nach Auskunft der Stadtwerke in diesem Monat erwartet. Ab Juni sollen alle vier Fahrzeuge zunächst auf den sechs Obuslinien eingesetzt werden, bevor diese ab Herbst auf der Linie 695 (Abteiweg – Meigen) verkehren.

Bisher fließt der Strom vom Verteil- in das Oberleitungsnetz. „Zukünftig planen wir, Photovoltaikanlagen direkt an das Oberleitungsnetz anzuschließen“, sagt Conrad Troullier, Geschäftsführer der SWS-Verkehrsbetriebe. Dieser Strom fließe dann in das Stromverteilernetz, das die Elektro-Obusse versorgt. So wird der Solinger Nahverkehr nur noch durch lokal erzeugten Ökostrom betrieben. „Wir zeigen damit, wie elektrifizierter Nahverkehr einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Energie- und Verkehrswende leistet“, betont Troullier. Zwei von drei gefahrenen Solinger Buskilometern werden bereits elektrisch gefahren. „Diesen Anteil bauen wir immer weiter aus“, sagt Troullier.

Das Zukunftsdenken beeindruckt auch die Landesregierung. Mit ihrer Initiative KlimaExpo.NRW hat sie gestern den Solinger Bus-Betrieb offiziell als Vorreiter für den Klimaschutz im Land ausgezeichnet. Initiativen-Geschäftsführer Heinrich Dornbusch betonte, dass das Modell anderen Interessierten Mut mache, in die Technik zu investieren. Dornbusch würdigte Solingen als „Mutmacher“: Für das neue Projekt des batteriebetriebenen Obusses „benötigen Städte unternehmerischen Mut“, um in diese Technologie zu investieren. Solingen zeige, dass das gelingen könne.

Das große Interesse gilt insbesondere für das Ausland. Erst vor Kurzem haben sich Tschechen, Niederländer und Norweger die Technik angeschaut. Auch ein Staatssekretär aus Thüringen war vor Ort.

Presseerklärung vom 06. Juli 2017

 

ÖPNV: Teilerfolg dank breitem Widerstand

Die geplanten Kürzungen beim Nachtexpress wurden (vorerst) abgewendet. Das war ein Erfolg des Fahrgastbeirats, aber auch eines breiten Widerstands der Solinger Bevölkerung.

Doch dieser Teilerfolg kann nur der erste Schritt sein. SOLINGEN AKTIV unterstützt die Forderung des Fahrgastbeirats, keine weiteren Kürzungen beim ÖPNV vorzunehmen.

Aber wir gehen noch weiter: Um die Stadt in Sachen Lebenswert und Fortschrittlichkeit einen großen Schritt nach vorne zu bringen, muss der ÖPNV weiter ausgebaut werden!

Das Ziel sollte sein, einen fahrscheinfreien ÖPNV (langfristig zum Nulltarif) anzubieten , anstatt nur die nächsten Kürzungen zu verhindern. Die Theorie ist da und umsetzbar. Jetzt braucht es nur noch die Bereitschaft der Politik, das auch anzugehen.

 

 

 

ÖPNV im Aufbruch?

 

Wie wichtig ist uns eigentlich das Klima unserer Stadt?

Wie wichtig ist es uns, möglichst viele Menschen mobil zu machen?

Wie wichtig ist es uns, die Innenstadt möglichst autofrei zu erleben?

 

Diese und andere Fragen kommen einem in den Sinn, wenn man von der Initiative „Bus & Bahn fahrscheinfrei“ hört.

Da wird geredet von einer Umlage der Ticketpreise auf die gesamte Bevölkerung. Davon, dass jeder für den ÖPNV bezahlen soll, obwohl ihn gar nicht jeder nutzt.

 

Sofort fallen einem auch andere Fragen ein.

Was die Autofahrer wohl dazu sagen?

Wieviel soll das denn kosten?

Geht das in Solingen überhaupt?

 

Kurz gesagt: es gibt viele Bedenken und Vieles zu bedenken.

 

Aber wie sieht es mit den Chancen aus?

Solingen hat vor kurzem die schrittweise Umstellung von Diesel- auf Elektrobusse beschlossen. Getestet wird ein System, bei dem die Batterien auf den Streckenabschnitten mit Oberleitung aufgeladen werden. Das geht bei Strecken, die zu einem Drittel mit Oberleitungen ausgestattet sind. Das ist eine hervorragende Unternehmung.

Die Besonderheit: es brauchte nicht einmal die Eingabe von SOLINGEN AKTIV, um diese Idee umzusetzen.

 

Nun stellen wir uns gemeinsam die Zukunft Solingens vor, in der die Forderungen von SOLINGEN AKTIV zumindest teilweise umgesetzt wurden:

Alle Busse sind Elektrobusse. Der Strom besteht zu 100% aus regenerativen Energien aus der direkten Umgebung. Das Bürgerticket für den ÖPNV wurde erfolgreich eingeführt und wird über die angepasste Grundsteuer B hauptsächlich von den großen Firmen finanziert, die natürlich gern einen Beitrag zur Verschönerung der Stadt leisten. Sozial benachteiligte Menschen fahren kostenlos. Die Innenstadt ist beinahe autofrei. Parkplatzflächen konnten verkauft werden, bzw. wurden in Spielplätze umgewandelt…

 

Das ist keine Utopie, sondern ein wahrscheinliches Szenario.

 

Und das würde aus Solingen eine Stadt mit einem der fortschrittlichsten Verkehrssysteme der Welt machen. Ist es das nicht wert, die Bedenken hinter sich zu lassen?

 

SOLINGEN AKTIV fordert die Umstellung auf 100% regenerative Energien aus Wohnortnähe. Wir unterstützen die Initiative „Bus & Bahn fahrscheinfrei“ und werden das Thema in den Solinger Stadtrat einbringen.

 

Solingen kann eine Vorreiterrolle für den ÖPNV einnehmen. Dafür muss aber noch etwas passieren. E-Busse sind nur der Anfang!

 

 

 

 

 

Im Moment findet eine Diskussion um die Verbesserung der innerstädtischen Beförderungsmittel statt. Es wird überlegt, wie man Geld einsparen und gleichzeitig größere Einschnitte für die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel verhindern kann. Hier werden wieder einmal Kompromisse geschlossen, die im Endeffekt keine Veränderung bewirken.

 

Es ist notwendig, die grundlegenden Strukturen zu überdenken. Statt mit Fahrplanänderungen und kleinen (wenn auch teilweise sinnvollen) Neuerungen wie der Einführung der Taxi-Busse nur an der Oberfläche zu kratzen, geht SOLINGEN AKTIV einen Schritt weiter:

 

Wir fordern die innerstädtischen Beförderungsmittel zum Nulltarif!

 

Viele Beispiele aus Belgien (Hasselt), Estland (Tallinn), USA (Portland, Seattle) und teilweise auch aus deutschen Städten (Lübben, Templin) zeigen, dass der Nulltarif keine utopische Forderung ist, die nicht finanziert werden kann.

 

Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass durch die immens steigenden Nutzerzahlen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln schon nach kurzer Zeit der Autoverkehr in den Innenstädten massiv zurückgeht. Das sorgt dafür, dass Straßenverbesserungen bzw. -ausbauten nahezu unnötig werden, was Gelder einspart und wodurch die Innenstadt für Fußgänger und Radfahrer immens an Attraktivität gewinnen würde.

 

 

Parkplatzflächen stehen leer und können anderweitig (z. B. Einzelhandel, Marktstände, usw.) genutzt werden. Die Abgas-Belastung in der Innenstadt würde sich dramatisch verringern, was natürlich sowohl ein Argument für die Umwelt, wie auch für die Anwohner ist. Die Anwohner würden auch davon profitieren, wenn weniger Autos in der Innenstadt unterwegs wären.

Das würde zusätzliche Attraktivität schaffen.

 

Weiterhin fordert SOLINGEN AKTIV:

  • die reale Umstellung auf 100% regenerative Energie aus Wohnortnähe für alle O-Busse in Solingen. Auf manchen Bussen sind zwar die Aufkleber gut zu erkennen, die uns weismachen wollen, dass die O-Busse bereits ausschließlich mit Naturstrom fahren, aber das ist so nicht korrekt. In Wirklichkeit haben die Stadtwerke zur Zeit erst 33% Strom aus regenerativen Quellen. Die Voraussetzungen sind in Solingen gegeben, auf 100% regenerative Energien umzusteigen. Fangen wir also jetzt an! Mit sauberem Strom in Verbindung mit unseren O-Bussen hätte Solingen eine einzigartige Vorreiterposition und wäre Vorbildstadt nicht nur in NRW, sondern in ganz Deutschland, wenn nicht ganz Europa.

Ist das nicht ein Ziel, für das es sich lohnt zu kämpfen?

 

Als Sofortmaßnahme fordern wir:

  • Der Preis des Sozialtickets muss auf 15 Euro begrenzt werden!
  • Weiterer Ausbau der Radwege!