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Überparteilich. Unbestechlich. International.

Wonach suchen Sie?

Auftakt zur Metall-Tarifrunde 2020 ein Schuss in den Ofen!

Das haben wir uns ganz anders vorgestellt!


Zur Eröffnung der Metall-Tarifrunde gibt die IG Metall die Losung heraus: Füße stillhalten, keine Lohnforderungen stellen;  Streik? Nein danke!

Dabei setzen die IG Metall Funktionäre ganz auf die bewährte Klassenzusammenarbeitspolitik mit den Arbeitgebern der vergangenen Jahrzehnte.


Forderungen der IG Metall 2020:

  • Die Arbeitgeber sollen auf einseitige Maßnahmen zum Personalabbau, zur Schließung von Standorten und auf Verlagerungen verzichten.
  • Die Angleichung der Arbeitszeit im Osten soll an die im Westen sowie die Einbeziehung von Dual Studierenden in tarifliche Regelungen eingeführt werden.
  • In Zukunftstarifverträgen will die IG Metall Investitionen in Zukunftsprodukte, Qualifizierung und den Ausschluss von Kündigungen festschreiben – und so vorausschauend langfristig gute Arbeit sichern.
  • Die IG Metall ist bereit, in allen Tarifgebieten vorgezogene Verhandlungen über ein Zukunftspaket aufzunehmen. Ziel ist, innerhalb der Friedenspflicht vor dem 28. April 2020 zu einem Ergebnis zu kommen.

(Zitiert aus  den IG Metall – Veröffentlichungen vom 27.02.2020)

 

 Die Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben haben da eine ganz andere Vorstellung.

„Wie will die IG Metall die Beschäftigungssicherung in den überwiegend Klein und Mittelständischen Unternehmen im Bergischen Land  erzwingen“, fragt ein Kollege.  Angesichts der heraufziehenden Weltwirtschaftskrise, die bereits 2018 ihre Vorboten gesendet hat sind  die Unternehmerverbände gar nicht gewillt, diese Forderungen zu verhandeln, sie können es zu einem großen Stück auch gar nicht!


Weltwirtschaftskrise auch in Solingen angekommen


Wer nicht über solide finanzielle Polster wie die Monopolindustrie und großen Konzerne verfügt und zudem die Politik in Berlin mitdiktieren kann ist abhängig von Banken und/oder Kapitalgebern. Von den Voraussetzungen, wie sich die Unternehmen die  Ausbeutung der Arbeitskraft des Menschen und die Generierung von maximalen Profiten im gnadenlosen Konkurrenzkampf International zunutze machen können, damit steht oder fällt ein Unternehmen und mit ihm die Arbeitsplätze.

Dabei wälzen sie „ihre“ Krisenlasten im vollen Umfang auf uns Belegschaften ab!


„Als ließen sich die Unternehmer von den Gewerkschaften diktieren, ob sie ihre Buden zumachen oder verlagern…wenn  aus unternehmerischer Sicht Arbeitsplätze abgebaut werden sollen oder sie die Werke zu machen wollen,  da wird auch kein Tarifvertrag daran etwas ändern sondern nur das Bürgerliche Gesetzbuch“, meinte denn auch ein anderer Kollege.

Da hat der Kollege unbedingt Recht. Denn wenn es heute so weit kommt, dass Arbeiter wild und außerhalb der tariflichen Friedenspflicht  um ihre Arbeitsplätze- und Bedingungen kämpfen, sind der Polizeistaat und Verfassungsschutz nicht weit!


Wenn Unternehmer stöhnen, das sie wirtschaftlich nicht mehr können, kommt die IG Metall mit Prüfern nur dann, wenn der Betrieb tarifgebunden ist. Wenn nicht, kommt auch keine IGM. Schlecht für die ArbeitnehmerInnen  aus den jeweiligen Betrieben!

Also kommen wir doch wieder zurück zur Tarifauseinandersetzung zwischen Gewerkschaften und Unternehmerverbänden.

Zur Durchsetzung unserer Interessen soll  uns nur die Zeit zwischen dem Ende der Friedenspflicht des alten und dem Beginn des neuen Tarifvertrages Zeit gegeben werden Kampfmaßnahmen in unserem eigenen Interesse z.B. einen Streik zu organisieren. So rückschrittlich sind wir Deutschen in Europa schlicht alleine!

Einen Streik  will die IG Metall Führung aber schon im Vorfeld abwürgen und noch vor Ende der Friedenspflicht einen neuen Tarifvertrag aushandeln. Sie kommt damit zu einhundert Prozent den Forderungen der Arbeitgeberverbände nach, die Streiks um jeden Preis verhindern wollen. Da müssen wir etwas ändern!


IG Metall Mitglieder vor allem streikbereit wegen der Polarisierung in der Gesellschaft!


Angesichts der aufgeheizten Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen unter anderem auch wegen der Ungleichbehandlung der Beschäftigten in Ost und West und der polarisierten politischen Kritik an den Regierungen  im Bund und in den Ländern fürchten die IG Metall Funktionäre, Politik und Unternehmer politische Kämpfe der Arbeiterinnen und  Arbeitern und damit die Infragestellung ihres kapitalistischen Gesellschaftssystems, das nicht in der Lage ist, auch nur eines der drängendsten Menschheitsprobleme zu lösen!

Die mutwillige Zerstörung der Umwelt, Kriege, Hunger, Durst, Flüchtlings und Bildungsnotstand, faschistische Aufmärsche und  Terroranschläge, die Unterdrückung von Frauen und Kindern... das könnte beliebig fortgesetzt werden, erleben wir tagtäglich in Solingen, in NRW und der ganzen Weilt.


Dagegen formieren sich weltweit Umweltaktivisten, Kriegsgegner, Antifaschisten, Frauenrechtlerinnen, unter ihnen viele GewerkschafterInnen. Und mit der Jugend interessiert sich zunehmend auch eine neue Generation für ihre Zukunft!

Politische Kämpfe sind also vorprogrammiert und auch notwendig, wenn wir unsere Zukunft in die eigenen Hände nehmen wollen!


Die Angleichung von Arbeitszeit und Lohn von Ost und West habe ich schon bei der letzten Warnstreikrunde 2018 in Solingen gefordert!  Siehe dazu auch SOLINGEN AKTIV auf YouTube.


Ich bin aber noch einen Schritt weiter gegangen. Ich habe die prekäre Beschäftigung in Leiharbeit, Befristung und Werkverträgen kritisiert, die in der Metall- Tarifrunde 2020 wieder keinen Einzug finden. (Zwar hat die IGM Führung die Angleichung der Leiharbeitslöhne in Ost und West für 2021 ausgehandelt aber eine Beschäftigungssicherung und Kündigungsschutz blieben außen vor.)


Arbeitszeitabbau im Osten heißt vor allem „Lohnverlust!


Arbeitszeitabbau im Osten heißt für die Beschäftigten dort: „Reallohnverlust“! Bei den sowieso schlechter bezahlten Jobs im Osten bedeutet das: „Wie lange können wir das durchhalten, ohne Zweit-  oder gar Drittjobs?"


In der Gewerkschaft ist Sanierungsbedarf! Nicht an der Basis aber bei den Funktionären!

Die bevorstehenden Organisationswahlen im März 2020 in der IG Metall sollten dringend dazu genutzt werden, alle Kandidaten auf Herz und Verstand zu prüfen.

Denn ohne unsere Gewerkschaften geht es nicht! Wir Mitglieder sind gefordert, unsere gewählten Repräsentanten  immer dahingehend zu prüfen, ob sie noch den Willen der Basis vertreten oder gedanklich schon „einen Schritt weiter“ sind.

„Ich trete aus“, hab ich auch verschiedentlich schon gehört. Das ist aber keine Option. Austreten heißt „kapitulieren“ vor den bevorstehenden Bedrohungen, die uns die kommende Weltwirtschaftskrise heute schon offenbart. Dann gewerkschaftlich „nicht“ organisiert zu sein heißt; „schwächer da zu stehen“ als zuvor.

Gerade jetzt müssen wir unsere Gewerkschaften stärken und eintreten,  damit sie uns schlagkräftig vertreten können! Am besten mit den fortschrittlichsten und jungen Mitgliedern an der Spitze!

Die IG Metall sind  vor allem wir, die organisierten Mitglieder!!!

Deshalb müssen wir für die Tarifrunde 2020 fordern:

  1. Ein allseitiges gesetzliches Recht auf Streik, keine Friedenspausen mehr!
  2. Rechenschaftspflicht der Tarifkommissionen über die Eingaben „vor“ ihren Beschlüssen und Reaktionszeit der Basis!
  3. Abschaffung prekärer Beschäftigungsverhältnisse!
  4. Gleicher Lohn, gleiche Arbeitszeit in Ost und West…für alle und 100%!
  5. Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes. Mehr Mitbestimmung für Arbeitnehmervertreter! Vor allem in der Unternehmensführung!

 

 

Andreas Fischer

Personenwahlbündnis

SOLINGEN AKTIV

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Tel.: 0212-22 46 366

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